HILFE FÜR SYRIENFLÜCHTLINGE



Dringender Spendenauf: Hilfe für den kleinen Abdullah!

Syrien-Flüchtlingshilfe

Liebe Leser,

seit Ostern 2012 wurde - nicht nur in unserer Gemeinde - für Opfer der Unruhen in Homs (Syrien) gesammelt. Viele - auch Gemeindemitglieder - haben mit kleinen und größeren Beträgen geholfen, die Not der Menschen dort zu lindern. Dafür allen Spendern ein herzliches Dankeschön!

Aber auch weiterhin ist finanzielle Unterstützung dringend erforderlich. Wenn auch Sie persönlich helfen können, Unterkunft, Essen und medizinische Behandlung von Flüchtlingen zu finanzieren, bitte ich Sie um Ihre Spende.

Nutzen Sie dazu das folgende Syrien-Spendenkonto oder geben Sie Ihre Gabe im Pfarrbüro ab:

Name: St. Laurentius Gemeinde
IBAN DE05 3706 0193 6000 9670 15
BIC GENODED1PAX

Wichtig! Verwendungszweck: Syrienflüchtlingshilfe

Eine Spendenbescheinigung wird ausgestellt.

Ich danke Ihnen herzlich!

Ihr
Dr. Ernst Pulsfort
Pfarrer



Herzlichen Dank für die großartige Unterstützung!


Alles begann im Februar 2011. Die Protestwelle in der arabischen Welt erfasste auch Syrien. Vor allem sunnitische Bevölkerungsteile und Kurden forderten politische Reformen. Präsident Baschar al-Assad erklärte, die Demonstrationen seien von den USA und Israel gesteuert, um das Land zu destabilisieren. Bald eskalierte der Konflikt, Sicherheitskräfte schossen auf Demonstranten, verhafteten, folterten. Oppositionelle Gruppen und ihre Milizen schlugen mit gleicher Brutalität zurück.

Mohamad, ein befreundeter Syrer, der aus Homs stammt, aber schon seit achtzehn Jahren in Berlin lebt, berichtete mir von dem Schicksal seiner Familie, deren Haus in Homs - wie auch die Häuser der Nachbarn - bei einem Bombenangriff zerstört worden war. Die Menschen waren über Nacht obdachlos und mittellos geworden; Verletzte und Tote waren zu beklagen. Sofortige Hilfe war notwendig, denn bald sollte Homs - wie andere Städte - in Schutt und Asche liegen. Mohamads Familie und ihre Nachbarn fürchteten um ihr Leben. Mohamad bat mich, die Flucht der Syrer ins damals noch friedliche Damaskus finanziell zu unterstützen.

Und so begann die Hilfsaktion unserer Gemeinde. Wir sammelten Geld in Kollekten, und ich schrieb Bettelbriefe an Verwandte, Freunde und Bekannte, um Busse zu chartern, Quartiere in Damaskus anzumieten, Lebensmittel und Kleidung zu kaufen, Operationen in Krankenhäusern zu bezahlen und die medizinische Versorgung zu sichern.

Mohamad selbst flog nach Syrien, um die Evakuation der Familie und der Nachbarn zu organisieren. Während seines Aufenthalts in Syrien wurde er selbst angeschossen und schwer verletzt. Erst nach drei Monaten kehrte er nach Berlin zurück.

Inzwischen war auch in Damaskus die Lage nicht mehr sicher, sodass zahlreiche Menschen, darunter auch Mohamads Familie und Freunde, die Stadt verlassen mussten.

So organisierten wir von Deutschland aus von neuem die Flucht, diesmal nach Kairo in Ägypten, wo Mohamad Freunde hatte. Mohamad selbst zog nun von Berlin nach Kairo, denn von Berlin aus ließ sich die Lebenssituation der Flüchtlinge nicht mehr organisieren. Und so wurde Mohamad der eigentliche Hilfskoordinator und Organisator vor Ort, ehrenamtlich, das aber als Vollzeitkraft.

Zunächst mussten Bus- und Flugtickets finanziert, dann in Kairo günstige Wohnungen gefunden werden. Die Flüchtlinge brauchten Kleidung, Matratzen, Lebensmittel, Medikamente… Dazu kamen die Kosten für lebensrettende Operationen der Verwundeten und Kranken. Mittlerweile war die Zahl der Flüchtlinge, die durch unsere Hilfsaktion unterstützt wurden, auf dreihundert Menschen angewachsen - und das Ende des Krieges und die ersehnte baldige Heimkehr nach Homs rückten in weite Ferne.

Wie sollte es weitergehen? Unsere ursprünglich klein angelegte und zeitlich befristete Hilfsaktion musste neu konzipiert werden, das heißt, die Flüchtlinge mussten befähigt werden, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern.

Da sich unter den Syrern einige Bäcker und Konditoren befanden, wurde beschlossen, eine Bäckerei zu eröffnen. Erneut hielten wir Kollekten, schrieb ich Bettelbriefe, bat in Nachbarpfarreien um finanzielle Hilfe…

Die Bäckerei wurde eröffnet und ein voller Erfolg. Ca. sechzig Syrer fanden hier Arbeit. Die Backwaren wurden in Moscheen Kairos nach dem Freitagsgebet verkauft, an manchen Tagen bis zu 1.000 Kilogramm. Naben der Bäckerei wurde auch noch ein kleines Fastfood-Restaurant eröffnet, sodass "unsere" dreihundert Syrer rund drei Fünftel ihres Finanzbedarfs selbst erwirtschaften konnten.

Allerdings konnte unsere Pfarrei die weiteren notwendigen Spenden nicht allein aufbringen. Glücklicherweise konnte ich den Nah-Ost-Korrespondenten des Tagesspiegels, Martin Gehlen, der in Kairo wohnt und dort sein Büro hat, mit den Flüchtlingen in Kontakt bringen. Ich kenne Martin Gehlen noch aus meiner Zeit als geistlicher Rektor an der Katholischen Akademie in Berlin. Martin Gehlen besuchte die Bäckerei, ging in die Flüchtlingsquartiere, sprach mit Verletzten und ließ sich auf ihre Schicksale und Geschichten ein. Er schrieb Reportagen in mehreren Zeitungen und rief zu Spenden auf.

Die Lage "unserer" Syrer schien gesichert. Doch dann stürzte Ägyptens Präsident Mohammed Mursi. Mursi galt als Freund und Förderer der islamistischen Bewegung der Moslem-Brüder und hatte syrische Flüchtlinge in Ägypten unbürokratisch willkommen geheißen. Während seiner Regierungszeit konnten sich die Syrer ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land niederlassen, die durften Unternehmen gründen und arbeiten. Mit all dem war es nun vorbei. Die Flüchtlinge wurden seitens der neuen Machthaber verdächtigt, Sympathisanten Mursis und der Moslem-Brüder zu sein. Alle Vergünstigungen und Freizügigkeiten wurden gestrichen, Männer wurden auf offener Straße verprügelt, Frauen und Kinder bespuckt und beleidigt. Ägypten bot keine sichere Bleibe mehr.

In dieser Zeit ergab sich ein Kontakt zum damaligen Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag Dieter Dombrowski, der auch Menschenrechtsbeauftragter seiner Fraktion war und bis heute ist.

Mit Dieter Dombrowski besuchte ich die Flüchtlinge in Kairo und wir besprachen mit ihnen und der deutschen Botschaft in Kairo sowie dem Bundesinnenministerium in Berlin, zu dem Dombrowski gute Kontakte hat, Möglichkeiten der Ausreise nach Deutschland.

An Heiligabend 2014 landeten die ersten dreiunddreißig Syrer als sogenannte Kontingentflüchtlinge in Berlin. Dankbar und froh über ihre Rettung saßen alle um 22 Uhr in der St. Ansgar-Kirche und feierten die Christmette mit.

Bis heute konnten insgesamt sechshundert weitere Syrer nach Deutschland ausgeflogen werden. Sie sind in Wohnungen und Heimen in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen und Baden-Württemberg untergebracht. Sie sind krankenversichert, besuchen Deutsch- und Integrationskurse, finden langsam Arbeit, und die Kinder besuchen Kindertageseinrichtungen und Schulen.

Weitere hundertzehn Flüchtlinge wurden nach Algerien ausgeflogen und fanden dort Unterkunft und Arbeit als Verleger von Erdölpipelines.

Seit 2011 wurden ca. 700.000 Euro Spendengelder in unser Hilfsprojekt investiert. Profitiert haben davon über siebenhundert Flüchtlinge. Finanziert wurden zahlreiche Operationen, Flug- und Bustickets, Wohnungen in Kairo und anderen Städten, Kleidung, Lebensmittel, Schulgeld, die Bäckerei, das Fastfood-Restaurant usw. Alle Syrer, die nach Deutschland kamen und noch kommen, erhalten ein Startgeld in Höhe von 50 Euro für die ersten Tage, bis das Jobcenter in Leistung geht. Zeitweise haben wir zur weiteren Unterstützung hier in unserer Gemeinde auch Kleidungs- und Sachspenden gesammelt und die Weitergabe organisiert.

Zwei Familien leben in unserem Gemeindehaus, drei syrische Kinder sind in unserer Kindertageseinrichtung. Zwei syrische Jugendliche helfen - neben ihrem Schulbesuch - unseren Pfarrgarten sauber zu halten. Ein Jugendlicher erteilt deutschen Kindern bei uns im Gemeindehaus Nachhilfeunterricht in Physik.

Manchmal werde ich gefragt, ob "unsere" Syrer Christen oder Moslems seien. Ehrlich gesagt ist mir diese Frage nie in den Sinn gekommen, aber fast alle sind Moslems. "Unsere" Syrer sind traumatisiert und traurig über den Verlust ihrer Heimat, aber sie sind auch dankbar für unsere Hilfe - und sie haben Mut, hier ein neues Leben zu beginnen. Und wir Christen gehören als Freunde zu ihrem neuen Leben dazu.

Es werden noch weitere Flüchtlinge kommen. Wenn Sie unser Projekt unterstützen möchten, können Sie auf das Konto der Kirchengemeinde St. Laurentius mit dem Stichwort "Syrienhilfe" spenden: IBAN DE05 3706 0193 6000 9670 15, BIC GENODED1PAX. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch bei Angabe der Anschrift zugeschickt.

Als Anlage finden Sie ein paar Fotos und Berichte zu unserer Hilfsaktion. Übrigens: die Idee mit dem Fastfood-Restaurant wurde inzwischen auch in Berlin aufgegriffen. Am U-Bahnhof Osloer Straße gibt es einen kleinen Imbiss, probieren lohnt sich… Wir haben in diesem Jahr mit arabischen Speisen unser Ehrenamtsfest bestritten…

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ernst Pulsfort
Pfarrer









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